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BRAVO: Was war euer
dramatischstes Erlebnis bei den Dreharbeiten zum „Seewolf“ ?
Edward: Das war im Winter 1970 bei den
Außenaufnahmen in Rumänien. Nach Drehschluß fuhr ich mit meinem kleinen
Renault abends ins Hotel und wurde von zwei riesigen LKWs
zusammengequetscht. Sekunden glaubte ich, meine letzte Stunde sei
gekommen. Meinen rechten Arm, der damals verletzt wurde, kann ich erst
seit einigen Tagen wieder richtig bewegen.
Raimund: Wir hatten einen Schafhirten im
Team, der sich selbst aus einem Lehrbuch Karate beigebracht hatte. Dieser
Bulle von einem Kerl dachte sich wohl, „dem Harmstorf zeig‘ ich‘s jetzt
einmal“, und donnerte mir in einer Szene so ein Ding vor den Kopf, dass
ich minutenlang am Boden saß.
BRAVO: Seid ihr auch privat Abenteurertypen,
wie van Weyden und der Seewolf?
Edward: Ich überhaupt nicht! Ich hab‘ meine
Kindheit in Michigan/USA ganz wohlbehütet auf dem Land verbracht. Und
jetzt sitze ich am liebsten zu Hause und lese.
Raimund: Ich liebe Abenteuer! Deswegen habe
ich mich auch von 1966 bis 1968 in Südamerika herumgetrieben — allein und
ohne Job. Als ich nach Deutschland zurück getrampt kam, hatte ich‘noch
zwei Mark in der Tasche, und kein Mensch kannte mich mehr. |
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BRAVO: „lm Seewolf“ kam die Liebe zu kurz.
Wie steht‘s da bei euch privat?
Edward: Da hab‘ ich keinen Grund zu klagen!
ich bin seit drei Jahren mit meiner Frau Jacqueline glücklich.
Raimund: Die Liebe spielt bei mir immer eine
Rolle. Und manchmal kam ich dadurch auch schon in Schwierigkeiten. Weißt
du noch, Eddie, da passierte so eine Geschichte in Bukarest... Aber jetzt
ist Schluss mit den wilden Flirts, ich habe mein Mädchen gefunden!
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BRAVO: Ihr prügelt euch wie
routinierte Stuntmen Wo habt ihr das gelernt?
Edward: Offen gesagt, Prügel-Szenen kann ich
nicht ausstehen, aber als Schauspieler muss ich mich natürlich auch dafür
fit halten. Da habe ich meine spezielle Methode: Ich mache täglich einen
langen Waldlauf im Bois de Boulogne in Paris und esse grundsätzlich nur
Speisen aus garantiert reinen, unverfälschten Lebensmitteln
Raimund: Prügeln lernt man nicht, das
probiert man aus. Ich habe eine Menge blauer Flecken gehabt, als wir die
‚.SeewolfSzenen drehten...
Edward: Andere aber auch, du kannst ganz
schön kräftig hinlangen!
Raimund: Stimmt, ich bin ganz gut in Form.
Schließlich war ich mal Jugendmeister von Schleswig-Holstein im Zehnkampf
BRAVO: Ihr seid dicke Freunde geworden. Wie
kam es dazu?
Edward: Ich lernte Raimondo bei den ersten
Probeaufnahmen in Paris kennen. Damals gab es lediglich ein deutsches
Drehbuch. Ich spreche nur englisch und französisch, verstand also kein
einziges Wort. Raimondo half sofort und übersetzte mir Seite für Seite...
Raimund: Und das mit meinem holprigen
Englisch. Ja, aber richtig kennen gelernt haben wir uns erst beim Drehen.
Wir mussten uns prügeln wie die Wilden. Da merkte ich, wie Eddie selbst
bei den schwierigsten Szenen locker blieb, Scherze machte, lachte. Seitdem
stimmt‘s zwischen uns beiden.
BRAVO: Euer größter Wunsch für 1972?
Raimund: Der „Seewolf‘ war für mich eine
große Chance. Ich hoffe, dass auch meine neue Serie "Semesterferien“ ein
Erfolg wird.
Edward: Ich fände es großartig, wenn Reimondo
und ich wieder zusammen spielen könnten!
Florain Hopf 1972
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