Edward Meeks und Raimund Harmstorf

DER SEEWOLF 1971

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Ein Interview aus der BRAVO vom 5 Januar 1972 von Florian Hopf
 



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Ein Bulle und ein Leichgewicht

Ein Bericht aus der BRAVO 1972 von Florian Hopf

 

BRAVO: Was war euer dramatischstes Erlebnis bei den Dreharbeiten zum „Seewolf“ ?
Edward: Das war im Winter 1970 bei den Außenaufnahmen in Rumänien. Nach Drehschluß fuhr ich mit meinem kleinen Renault abends ins Hotel und wurde von zwei riesigen LKWs zu­sammengequetscht. Sekunden glaubte ich, meine letzte Stunde sei gekommen. Meinen rechten Arm, der damals verletzt wurde, kann ich erst seit einigen Tagen wieder richtig bewegen.
Raimund: Wir hatten einen Schafhirten im Team, der sich selbst aus einem Lehrbuch Ka­rate beigebracht hatte. Dieser Bulle von einem Kerl dachte sich wohl, „dem Harmstorf zeig‘ ich‘s jetzt einmal“, und donnerte mir in einer Szene so ein Ding vor den Kopf, dass ich minutenlang am Boden saß.
BRAVO: Seid ihr auch privat Abenteurertypen, wie van Weyden und der Seewolf?
Edward: Ich überhaupt nicht! Ich hab‘ meine Kindheit in Michigan/USA ganz wohlbehütet auf dem Land verbracht. Und jetzt sitze ich am liebsten zu Hause und lese.
Raimund: Ich liebe Abenteuer! Deswegen habe ich mich auch von 1966 bis 1968 in Südamerika herumgetrieben — allein und ohne Job. Als ich nach Deutschland zurück getrampt kam, hatte ich‘noch zwei Mark in der Tasche, und kein Mensch kannte mich mehr.

BRAVO: „lm Seewolf“ kam die Liebe zu kurz. Wie steht‘s da bei euch privat?
Edward: Da hab‘ ich keinen Grund zu klagen! ich bin seit drei Jahren mit meiner Frau Jacqueline glücklich.
Raimund: Die Liebe spielt bei mir immer eine Rolle. Und manchmal kam ich dadurch auch schon in Schwierigkeiten. Weißt du noch, Eddie, da passierte so eine Geschichte in Bukarest... Aber jetzt ist Schluss mit den wilden Flirts, ich habe mein Mädchen gefunden!

BRAVO: Ihr prügelt euch wie routinierte Stuntmen Wo habt ihr das gelernt?
Edward: Offen gesagt, Prügel-Szenen kann ich nicht ausstehen, aber als Schauspieler muss ich mich natürlich auch dafür fit halten. Da habe ich meine spe­zielle Methode: Ich mache täg­lich einen langen Waldlauf im Bois de Boulogne in Paris und esse grundsätzlich nur Speisen aus garantiert reinen, unver­fälschten Lebensmitteln
Raimund: Prügeln lernt man nicht, das probiert man aus. Ich habe eine Menge blauer Flecken gehabt, als wir die ‚.Seewolf­Szenen drehten...
Edward: Andere aber auch, du kannst ganz schön kräftig hinlangen!
Raimund: Stimmt, ich bin ganz gut in Form. Schließlich war ich mal Jugendmeister von Schleswig-Holstein im Zehnkampf
BRAVO: Ihr seid dicke Freunde geworden. Wie kam es dazu?
Edward: Ich lernte Raimondo bei den ersten Probeaufnahmen in Paris kennen. Damals gab es lediglich ein deutsches Drehbuch. Ich spreche nur englisch und französisch, verstand also kein einziges Wort. Raimondo half sofort und übersetzte mir Seite für Seite...
Raimund: Und das mit meinem holprigen Englisch. Ja, aber richtig kennen gelernt haben wir uns erst beim Drehen. Wir mussten uns prügeln wie die Wilden. Da merkte ich, wie Eddie selbst bei den schwierigsten Szenen locker blieb, Scherze machte, lachte. Seitdem stimmt‘s zwischen uns beiden.
BRAVO: Euer größter Wunsch für 1972?
Raimund: Der „Seewolf‘ war für mich eine große Chance. Ich hoffe, dass auch meine neue Serie "Semesterferien“ ein Erfolg wird.
Edward: Ich fände es großartig, wenn Reimondo und ich wieder zusammen spielen könnten!

Florain Hopf 1972

 

   

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