TOM SAWYER UND
HUCKLEBERRY FINNS ABENTEUER 1968
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Ohrfeigen für den Star Bericht von Siegfried Schneider |
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Eine zünftige Schlägerei, die jedem Western Ehre gemacht hätte, lieferten sich die rumänischen Kaskadeure - im Privatleben Architekten, Bankangestellte, Sportlehrer und Studenten - vor der Kamera |
Irgendwo in einem Hinterhof sitzt auf einem alten Faß eine zerlumpte Gestalt, deren einziger Zeitvertreib es ist, vor sich hinzupaffen und ab und zu mal kräftig in die Gegend zu spucken. Es ist absolut sittenwidrig und streng verboten, sich mit diesem niedrigsten aller Geschöpfe abzugeben, was zur Folge hat, daß die jämmerliche Gestalt bei der Dorfjugend die Stellung eines Halbgottes hat. Das ganze nennt sich Huckleberry Finn. Seinem besten Freund, Komplize und Blutsbruder, der leider nicht die gleichen Freiheiten hat, sondern von seiner Tante zu solche unsinnigen Einrichtungen wie Schule und Kirche geschickt wird und sich die Freizeit zu all den prächtigen Abenteuern listenreich erschleichen muß, gab Mark Twain den Namen Tom Sawyer. |
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Marc und Roland sind trotz ihrer Jugend schon alte Filmhasen. Aber so viel Spaß wie bei dieser Produktion hatten sie selten |
Serge Nubret (rechts), der den Neger Jim spielt, war 1960 Weltmeister im Gewichtheben |
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Tom Sawyer und Huckleberry Finn zwei Freunde, zwei Taugenichtse, Figuren der Weltliteratur, mit der das Zweite Deutsche Fernsehen „Robinson Crusoe“ und der „Schatzinsel“ die Reihe seiner Jugendbuch-Verfilmungen fortsetzt. In deutsch-französischer Koproduktion wurden die beiden den von Mark Twains Gnaden jetzt den Toren der rumänischen Hauptstadt Bukarest zu neuem Leben erweckt. Freude der jugendlichen Bildschirmguker und sicher auch zum himmlisches Vergnügen der Erwachsenen. Den größten Spaß an der Geschehen aber hatten zweifellos die beiden Hauptdarsteller Roland Demongeot und Marc di Napoli, zwei Pariser Großstadtkinder, die die Abenteuer von Tom und Huck nach Herzenslust nachvollziehen durften. Daß sich die Jungstars dabei nicht immer ans Drehbuch hielten, sondern auch ohne Souffleuse die Puppen tanzen ließen, davon können Regisseur Liebeneiner und sein Team ein Lied singen, wie es Mark Twain nicht besser eingefallen wäre. Besonders die Bühnenarbeiter hatten einen heiligen Zorn auf die beiden Knirpse. Mehr als einmal mußten sie die Dekorationsteile erneuern, die die beiden mutwillig zerstört hatten.Der elfjährige Roland, dessen Schwester Cathrine vor einigen Jahren in Louis Malles Film ~Zazie< die Hauptrolle gespielt hatte, spuckte in seinem Übereifer sogar einen Arbeiter an. Der verpaßte dafür eine solche Ohrfeige, daß Maskenbildnerinen einige Tage lang Spuren auf seinem Gesicht überschminken mußte. Oder die beiden waren plötzlich wie vorn Erdboden versschwunden, und fünf bis sechs Mann machten sich dann jedesmal hoch zu Roß auf die Suche nach den beiden Ausreißern. |
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