Das Abenteuer Gold
Die Dreharbeiten haben achteinhalb Monate
gedauert, 67 000 Meter Filmnegativ wurden verbraucht, 54 mal der Drehort
im geographischen Dreieck Schwarzmeer-Karpaten-Eisernes Tor gewechselt,
dabei mehr als 3 400 Tonnen an Geräten und sonstigem Material
transportiert, die Goldgräberstadt Dawson City sowie die versunkene Welt
derTlingit-lndianer samt Siedlung, Kleidung, Geräten rekonstruiert, alles
in allem 2 700 Kostüme, 7 000 Requisiten und 12000 Komparsen verwendet. |
|

Der "Dead Horse Trail" auf dem Weg von
Skagway nach Norden. Eine Zeitgenössische Aufnahme)
|
Superlative!? Wenn man so will. Aber die Geschichte
einer Massenwanderung von Zehntausenden mit einer Wegstrecke von Tausenden
von Kilometern zu einer Stadt, die zeitweise von 60 000 Menschen bevölkert
war und hier vollständig nachgebaut werden mußte, läßt sich nicht mit 20
Komparsen, zwei oder drei Drehorten und dem Bau-, Kostüm-, Requisiten- und
Transportetat einer mittleren Produktion bewältigen. Das geht nicht.
Die Frage liegt auch anders. Sie stellt sich in der Relation der
Kosten. An den 7,6 Millionen DM beteiligen sich neben dem ZDF auch
französische, rumänische, kanadische, australische und USA-Interessenten,
so daß das ZDF (mit seinem deutschsprachigen Partner ORF) für 360
Sendeminuten auf weniger als ein Drittel der Gesamtkosten begrenzt bleibt—
ein Superlativ an finanzieller Zurückhaltung.Natürlich hat die Rechnung
noch eine andere Relation — die zur Sache. |
|
Daß es Gold in Alaska gab, war bekannt. Aber keiner der Goldfunde
vorher und nachher hat die Gemüter so bewegt wie der am Klondike, einem
Zufluß des Yukon, einem unscheinbaren Bach, in dem die Indianer bis dahin
ihre Lachse zum Trocknen für die Wintervorräte gefangen hatten. An keiner
Stelle im ganzen Stromgebiet des Yukon lag das Gold so dicht wie hier.
Eine einzige Schaufel voll goldhaltigem Sand erbrachte eine Ausbeute an
Goldstaub und Goldkörnern im Werte von achthundert bis tausend Dollar,
auch heute noch eine ansehnliche Summe, geradezu überwältigend aber in
einer Zeit, in der man einen reinwollenen Herrenanzug für vier Dollar
kaufen konnte und eine reichliche, warme Mahlzeit fünfundzwanzig Cent
kostete.
|