Hellmut Lange

DIE LEDERSTRUMPF ERZÄHLUNGEN 1969

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Ein Bericht aus der HörZu vom 26 April 1969


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(Fotos: Deropa/Alexander)

Lederstrumpf braucht warme Hosen

So hatte sich Hellmut Lange die
Fernseharbeiten in Rumänien nicht vorgestellt

Im "Lederstrumpf" werden erstmalig in der Literatur auch die Indianer als Menschen geschildert. Einziger Freund des Waldläufers (Hellmut Lange) ist der Häuptling Chingachgook, dargestellt von Pierre Massimi In dem vierteiligen "Lederstrumpf" müssen mehr "Rote" in Gras beißen, als Gangster in 20 Krimis sterben.
 
Die Indianer mühten sich verzweifelt, das Feuer anzufachen. Und Hellmut Lange, als Nathanael Bumppo an den Marterpfahl gebunden, betete zu Manitu, ihnen endlich ein trockenes Streichholz zu gönnen. Denn er fror entsetzlich. Mehr als Lederstrumpf, der sagenhafte Freund des letzten Mohikaners, in seinem ganzen Leben gefroren hatte.

>Sommer< in Rumänien. Dorthin hatte 1968 Produzent Walter Ulbrich, nach der >Schatzinsel< und >Tom Sawyer< erfahren in der Herstellung mehrteiliger Fernsehfilme über Helden aus Kindertagen, die Schauspieler verfrachtet. Damit sie in 16 Wochen die Abenteuer des amerikanischen Waldläufers noch einmal darstellten. In freier Wildbahn natürlich. Aber auf Feld und Flur war der Sommer nur im Kalender anzutreffen. Regen, Regen und nochmals Regen. Die Urlauber werden sich erinnern.
«Die ganze Komparserie beneidete mich, als das Feuer zu meinen Füßen endlich brannte«, grinst Hellmut Lange bei der Erinnerung. «Ich war der einzige, der es warm hatte.« Warm trotz nasser Füße.

Diese Lederschäfter ziehen das Wasser an wie ein Schwamm und geben es nicht mehr her. Ich möchte nur wissen, wie der Lederstrumpf Nathanael das ausgehalten hat!
Hellmut Lange, Hauptdarsteller der deutsch-französischen Koproduktion, versuchte sich zu helfen.
Wenn Sie uns in unserer Prärie besuchen , so bat er HÖR ZU, «bringen Sie mir doch bitte meinen gefütterten Mantel und warme Unterhosen mit. Meine Frau hat schon alles zum Abholen bereitgelegt.«
Lederstrumpf bekam seine warmen Hosen.
2,8 Millionen Mark kostet das vierteilige Opus aus den Kindertagen des amerikanischen Kontinents, das in der Adventszeit über unsere Bildschirme laufen soll. Ganze Heerscharen von Rumänen wurden engagiert, um die feindlichen Roten, die Mingos und die Delawares, darzustellen.

«Eines stört mich an dieser Geschichte“, meint Lange. “Der Lederstrumpf hat in seinem ganzen Leben nie etwas mit Frauen zu tun gehabt. Ein paar Seiten in einem 510 Blatt starken Roman hätte Cooper für mich ruhig der Liebe widmen können."
Fernsehautor Ulbrich hilft den Zuschauern dadurch, dass er viele hübsche Indianerinnen auftreten lässt. Im damals wie heute kleidsamen Ledermini.

Brennende Kutschen gehören eigentlich nur in einen Western. Aber Flammen machen sich in einer Farbproduktion so gut, dass sowohl das Mainzer wie das Pariser Fernsehen auf diesen Effekt nicht verzichten wollen. Manitu sei es geklagt!

James Fenimore Cooper gab der Weiblichkeit in seinen Romanen keinen Raum. Der Fernsehfilm schummelt dadurch, dass der Lederstrumpf wenigsten ab und zu ein hübsches Töchterlein der englischen Offiziere treffen läßt.

 

   

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